Aus dem Initialimpuls zu einem Neujahrskonzert heraus, welchen die Gemeinde Henndorf 2008 nach einigen Jahren stets wachsenden Erfolges meiner Kammermusik-Konzerte in Henndorf gegeben hatte, ist ein Klangkörper von besonderer Qualität und tollem Potential entstanden. Durch die professionelle Initiative vom Henndorfer Posaunisten Wolgang Gastager (NÖ Tonkünstler Orchester) und mir selbst als Dirigent&Geiger (Mahler Chamber Orchestra) sind 2010 schon zum zweiten mal 70 Musiker (etwa 20% davon im Dorfe selbst ansässig!) nach Henndorf gekommen um sich unter meiner Leitung zu einem herrlichen Orchester zu formieren.
Die Henndorfer haben uns das gedankt und wir waren schon zum 2.mal restlos ausverkauft und euphorisch akklamiert.
Aus dem ersten spontanen Versuch hat nun, da die Frage der Nachhaltigkeit und Weiterführung des Projektes so präsent im Raume steht, die Praxis gezeigt, daß der für unsere Region beste Kompromiß zwischen möglicher künstlerischer Qualität und der realen Durchführbarkeit eines Unterfangens mit derartigen logistischen Ausmaßen eine spezielle Mixtur von Ingredienzien verlangt:
Die Beteiligung von führenden Profi-Musikern ist die künstlerische Qualitätssicherung und ermöglicht, in kurzer Zeit professionelle Ergebnisse zu erreichen, was die Basis unseres Erfolgs hermacht, und die Logistik empfindlich erleichtert, da ja jeder Probentag Budget und Organisation verlangt.
Die musikalische Jugend nach Kräften einzubinden andererseits hat den Vorteil der Unkompliziertheit, Spontaneität und Flexibilität, die diesem Menschenalter zu eigen ist, bündelt all ihre Freude und Energie, und ermöglicht der Jugend obendrein, direkt in der Praxis des gemeinsamen Musizierens mit Profis zu lernen.
Wir haben also kurzerhand aus der Not die “Tugend der rechten Mischung” gemacht und bei möglichst hoher Beteiligung von jungen Flachgauer Musikern (rechnet man die Gäste aus OÖ mit ein, so waren es 2010 immerhin etwa 70%) die allerbesten Profis vereint, die unsere gemeinsamen Freundschaften und Musikerbekanntschaften zusammen führen konnten. Da kamen u.a. Orchestermitglieder der Wiener Philharmoniker, Wiener Symphoniker, NÖ Tonkünstler Orchester, Staatskapelle Dresden, Camerata Salzburg, Mozarteum Orchester Salzburg, neben einigen namhaften Protagonisten der österr. Kammermusik-Szene.
Die Einbindung der örtlichen Vereine in die Organisation und die konkreten pekuniären Initialimpulse einiger ortsansässiger Firmen haben endlich die logistische Durchführung der Neujahrskonzerte 2009 und 10 ermöglicht.
Es beginnen sich nun speziell durch die Kooperation mit Gabor Lieli und der Kulturwelle Wallersee aus Neumarkt konkrete Perspektiven und Strukturen zu entwickeln, die eine Weiterführung der Wallersee Philharmonie in den Bereich des Möglichen rücken, und dieser frisch gegründeten Kulturinitiative zu etwas Boden unter den Füßen verhelfen. Durch die Kammermusik-Konzerte wurde über Jahre hinweg Vorarbeit in der Region um den Wallersee geleistet, wir haben das Interesse der Menschen geweckt, Publikum aufgebaut, und so können wir heute mit einem Orchesterkonzert den großen Saal der Wallersee-Halle (600 Plätze) ohne weiteres füllen.
Die Idee, Jugend mit Profis zusammenzuführen wird immer wieder gerne verwendet, so z.B. im Orchesterinstitut Attergau der Wr.Philharmoniker oder im Orchester-Institut Ossiach. Dort liegt der Schwerpunkt aber mehr in den Wochen des gemeinsamen Probens, während wir in Henndorf für Projekte in solcher Länge bis jetzt ja keinen finanziellen Rahmen haben. Wir realisieren also in 2-3 Tagen gemeinsamer Arbeit ein Programm und erst der volle Saal rechtfertigt unser Engagement. Es ist eindeutiges Hauptziel, den Menschen unserer Region zu Begegnungen mit der Welt der sinfonischen Musik zu verhelfen und den direkten Kontakt mit der Kunst und ihren Dienern herzustellen.
Der glückliche Umstand, daß engagierte Musiker im Raum Wallersee nun an einem gemeinsamen Orchester bauen, und vorerst auf idealistische Weise bereit waren, alle ihre Fähigkeiten dafür einzusetzen, hat den Beginn der Wallersee Philharmonie ermöglicht. Die Weiterführung aber erfordert zweifelsohne eine strukturelle wie finanzielle Basis, auf der sich die Lasten verteilen und den Hauptinitiatoren nicht nur Opfer abverlangt werden. Wir haben also gezeigt, was möglich ist, und wie großartig und schön diese Möglichkeit sein kann, sind in Zukunft jedoch angewiesen auf Förderungen, die den einzelnen entlasten.
Die Freude und Bereicherung, die wir einem vollen Saal bescheren können, ist uns Motivation genug, weiterzugehen, denn diese Freude kündet eindeutig von der Notwendigkeit, Kunst&Kultur unmittelbar zu den Menschen in die Regionen zu bringen, keinesfalls genügt es, jene rein zentral zu initiieren und damit als ein Privileg der Menschen rein im städtischen Raum zu belassen.
C.Ehrenfellner


Die Wallersee Philharmonie
Aus dem Initialimpuls zu einem Neujahrskonzert heraus, welchen die Gemeinde Henndorf 2008 nach einigen Jahren stets wachsenden Erfolges meiner Kammermusik-Konzerte in Henndorf gegeben hatte, ist ein Klangkörper von besonderer Qualität und tollem Potential entstanden. Durch die professionelle Initiative vom Henndorfer Posaunisten Wolgang Gastager (NÖ Tonkünstler Orchester) und mir selbst als Dirigent&Geiger (Mahler Chamber Orchestra) sind 2010 schon zum zweiten mal 70 Musiker (etwa 20% davon im Dorfe selbst ansässig!) nach Henndorf gekommen um sich unter meiner Leitung zu einem herrlichen Orchester zu formieren.
Die Henndorfer haben uns das gedankt und wir waren schon zum 2.mal restlos ausverkauft und euphorisch akklamiert.
Aus dem ersten spontanen Versuch hat nun, da die Frage der Nachhaltigkeit und Weiterführung des Projektes so präsent im Raume steht, die Praxis gezeigt, daß der für unsere Region beste Kompromiß zwischen möglicher künstlerischer Qualität und der realen Durchführbarkeit eines Unterfangens mit derartigen logistischen Ausmaßen eine spezielle Mixtur von Ingredienzien verlangt:
Die Beteiligung von führenden Profi-Musikern ist die künstlerische Qualitätssicherung und ermöglicht, in kurzer Zeit professionelle Ergebnisse zu erreichen, was die Basis unseres Erfolgs hermacht, und die Logistik empfindlich erleichtert, da ja jeder Probentag Budget und Organisation verlangt.
Die musikalische Jugend nach Kräften einzubinden andererseits hat den Vorteil der Unkompliziertheit, Spontaneität und Flexibilität, die diesem Menschenalter zu eigen ist, bündelt all ihre Freude und Energie, und ermöglicht der Jugend obendrein, direkt in der Praxis des gemeinsamen Musizierens mit Profis zu lernen.
Wir haben also kurzerhand aus der Not die “Tugend der rechten Mischung” gemacht und bei möglichst hoher Beteiligung von jungen Flachgauer Musikern (rechnet man die Gäste aus OÖ mit ein, so waren es 2010 immerhin etwa 70%) die allerbesten Profis vereint, die unsere gemeinsamen Freundschaften und Musikerbekanntschaften zusammen führen konnten. Da kamen u.a. Orchestermitglieder der Wiener Philharmoniker, Wiener Symphoniker, NÖ Tonkünstler Orchester, Staatskapelle Dresden, Camerata Salzburg, Mozarteum Orchester Salzburg, neben einigen namhaften Protagonisten der österr. Kammermusik-Szene.
Die Einbindung der örtlichen Vereine in die Organisation und die konkreten pekuniären Initialimpulse einiger ortsansässiger Firmen haben endlich die logistische Durchführung der Neujahrskonzerte 2009 und 10 ermöglicht.
Es beginnen sich nun speziell durch die Kooperation mit Gabor Lieli und der Kulturwelle Wallersee aus Neumarkt konkrete Perspektiven und Strukturen zu entwickeln, die eine Weiterführung der Wallersee Philharmonie in den Bereich des Möglichen rücken, und dieser frisch gegründeten Kulturinitiative zu etwas Boden unter den Füßen verhelfen. Durch die Kammermusik-Konzerte wurde über Jahre hinweg Vorarbeit in der Region um den Wallersee geleistet, wir haben das Interesse der Menschen geweckt, Publikum aufgebaut, und so können wir heute mit einem Orchesterkonzert den großen Saal der Wallersee-Halle (600 Plätze) ohne weiteres füllen.
Die Idee, Jugend mit Profis zusammenzuführen wird immer wieder gerne verwendet, so z.B. im Orchesterinstitut Attergau der Wr.Philharmoniker oder im Orchester-Institut Ossiach. Dort liegt der Schwerpunkt aber mehr in den Wochen des gemeinsamen Probens, während wir in Henndorf für Projekte in solcher Länge bis jetzt ja keinen finanziellen Rahmen haben. Wir realisieren also in 2-3 Tagen gemeinsamer Arbeit ein Programm und erst der volle Saal rechtfertigt unser Engagement. Es ist eindeutiges Hauptziel, den Menschen unserer Region zu Begegnungen mit der Welt der sinfonischen Musik zu verhelfen und den direkten Kontakt mit der Kunst und ihren Dienern herzustellen.
Der glückliche Umstand, daß engagierte Musiker im Raum Wallersee nun an einem gemeinsamen Orchester bauen, und vorerst auf idealistische Weise bereit waren, alle ihre Fähigkeiten dafür einzusetzen, hat den Beginn der Wallersee Philharmonie ermöglicht. Die Weiterführung aber erfordert zweifelsohne eine strukturelle wie finanzielle Basis, auf der sich die Lasten verteilen und den Hauptinitiatoren nicht nur Opfer abverlangt werden. Wir haben also gezeigt, was möglich ist, und wie großartig und schön diese Möglichkeit sein kann, sind in Zukunft jedoch angewiesen auf Förderungen, die den einzelnen entlasten.
Die Freude und Bereicherung, die wir einem vollen Saal bescheren können, ist uns Motivation genug, weiterzugehen, denn diese Freude kündet eindeutig von der Notwendigkeit, Kunst&Kultur unmittelbar zu den Menschen in die Regionen zu bringen, keinesfalls genügt es, jene rein zentral zu initiieren und damit als ein Privileg der Menschen rein im städtischen Raum zu belassen.
C.Ehrenfellner